search Suche

Betreuung einer Patientin, die eine Schwangerschaft plant

  • Ärztin und Patientin besprechen im Rahmen der Schwangerschaftsplanung die Therapieoptionen bei Typ-1-Diabetes

    Von der Beratung bis hin zur Verordnung eines passenden Diabetesmanagement-Systems – die Kommunikation zwischen dem medizinischen Team und der Frau mit Typ-1-Diabetes, die eine Schwangerschaft plant, ist von entscheidender Bedeutung. Ein frühzeitiges und offenes Gespräch über die Diabetes-Therapieoptionen kann nicht nur im Hinblick auf das Glukosemanagement, sondern auch für den Verlauf der Schwangerschaft und das Wohlbefinden der werdenden Mutter und das wachsende Kind von großem Nutzen sein.

    Die Familienplanung ist für Frauen mit Typ-1-Diabetes unerlässlich, da die Risiken einer ungeplanten Schwangerschaft die Risiken aller derzeit verfügbaren Verhütungsmethoden überwiegen1.

    Die Bedeutung des Glukosemanagements in der Planungsphase

    Auch wenn die Schwangerschaftsoutcomes von Frau zu Frau sehr unterschiedlich sind2, scheint die im schwangerschaftsspezifischen Zielbereich von 63–140 mg/dL (3.5–7.8 mmol/L) verbrachte Zeit (TIRp)3-5 der Faktor zu sein, der am stärksten mit den Risiken für Mutter und Kind korreliert6. Jede Verlängerung der TIR um 5 % ist mit besseren geburtshilflichen und neonatalen Ergebnissen verbunden7.

    Frauen, die die Glukose-Zielwerte in der Schwangerschaft nicht erreichen, haben ein erhöhtes Risiko für verschiedene geburtshilfliche und neonatale Komplikationen.8

    Wie automatisierte Insulinabgabe-Systeme (AID) helfen können

    Ziel eines AID-Systems ist es, der Frau mit Diabetes zu helfen, den Glukosespiegel schon vor der Schwangerschaft so weit wie möglich an den Zielwert anzunähern. Während der Schwangerschaft sollen Herausforderungen des Diabetes-Managements verringert werden, damit Schwankungen des Glukosespiegels sowie die Auswirkungen auf den Lebensstil und das Wohlbefinden möglichst gering gehalten werden.

    Das automatisierte Insulinabgabe-System (AID) myLoop besteht aus drei Hauptkomponenten, die miteinander kommunizieren: einem System zur kontinuierlichen Glukoseüberwachung (CGM), der YpsoPump Insulinpumpe und der CamAPS FX App.

    Die bisher größte randomisierte kontrollierte klinische Studie9 zur Bewertung der Auswirkungen einer Insulinabgabe im Closed-Loop während Schwangerschaften bei Typ-1-Diabetes – die AiDAPT-Studie – zeigt, dass die AID-Therapie mit CamAPS FX die mütterliche Glukosekontrolle deutlich verbessert9:

    • Die Frauen, die CamAPS FX verwendeten (n = 61), verbrachten 10,5 % mehr Zeit im schwangerschaftsspezifischen Zielbereich und wiesen niedrigere durchschnittliche Glukose- und HbA1c-Werte auf als die Frauen der Kontrollgruppe (n = 63)

    • Kein Unterschied fand sich bei der Anzahl der Hypoglykämien

    • Die Vorteile wurden unmittelbar nach dem Beginn der Nutzung von CamAPS FX beobachtet und hielten während der gesamten Schwangerschaft an

    • Die Frauen in der CamAPS FX-Gruppe nahmen 3kg weniger an Gewicht zu als die Frauen in der Kontrollgruppe

    • Alle Frauen berichteten von einer angenehmeren Schwangerschaft infolge der Anwendung von CamAPS FX

    ‘‘Vor der Umstellung auf den myLoop habe ich viel Zeit und Mühe in das Diabetes-Management investiert. Nach der Umstellung hat sich auch meine Denkweise verändert. Es war befreiend, die Erwartungen loszulassen und darauf zu vertrauen, dass das AID-System auf seine eigene Weise lernt.’’
    sagt Tanya Ilkiw, die myLoop während ihrer Schwangerschaft nutzte.

    Warum ein AID-System für jede Frau im gebärfähigen Alter zu empfehlen ist

    Jeder Mensch, der mit Typ-1-Diabetes lebt, könnte von der besseren Glukosekontrolle und dem Komfort eines AID-Systems profitieren. Bei Frauen im gebärfähigen Alter gibt es dafür drei Gründe:

    1. Bis zu 50 % der Schwangerschaften bei Typ-1-Diabetes sind ungeplant10,11. Je besser der Diabetes vor der Empfängnis eingestellt wird, desto besser sind die Ergebnisse für die Frau und ihr zukünftiges Baby.

    2. Der Einstieg in das AID-System erfordert ein Training und die Gewöhnung an das System. Diese Phase vor der Schwangerschaft zu durchlaufen, kann die mit einer Schwangerschaft verbundenen Herausforderungen erleichtern.

    3. Die meisten Insulinpumpenverträge haben eine Laufzeit von mehreren Jahren. Daher könnte die Empfehlung eines AID-Systems, das für den Einsatz in der Schwangerschaft freigegeben ist, die beste Option für diese Patientinnen sein – unabhängig davon, ob sie derzeit eine Schwangerschaft planen oder nicht.

    Mehr zu myLoop